Christine Figl, Gerald Karner, Wir gehören zusammen - Ehevorbereitungsseminar bei Schönstatt


Wir gehören zusammen
Ehevorbereitungsseminar bei Schönstatt


Wir sind zum Ehevorbereitungsseminar bei der Schönstattbewegung gekommen, weil wir mehr in unsere Ehevorbereitung investieren wollten und uns schon zu Ohren gekommen war, dass die Ehevorbereitung bei Schönstatt eine besondere ist. Wie besonders sie wirklich ist, sollten wir dann selber erfahren.

Wir, das waren 4 Paare aus Niederösterreich und Wien, haben uns in sechs aufeinanderfolgenden Wochen jeweils am Freitag im Haus der Schönstattbewegung am Kahlenberg (Wien) getroffen. Wir kannten Schönstatt entweder von Erzählungen bekannter oder befreundeter Familien oder haben die Einladung zum Kurs rein „zufällig“ erhalten. Mittlerweilen soll's über das Ehevorbereitungsseminar ja sogar schon Artikel im Internet geben ;-)

Am ersten Abend begrüßte uns Fam. Tod, welche die Leitung später an Fam. Huber übergab. Diese begleiteten uns den ganzen Kurs hindurch, bereiteten das Kurszimmer liebevoll vor und stand uns immer für Fragen und Antworten zur Verfügung. Jeder Kursabend hat mit einer kurze Meditation begonnnen, damit wir ruhig werden und von einem anstrengenden Arbeitstag Abstand gewinnen konnten.

Danach gab es für jeden Abend gut vorbereitete Referenten, die uns mit packenden Vorträgen fesselten: 

  • Pater W. Kuller mit einem Einstiegsreferat über das partnerschaftliche Gespräch

  • Familie Sickinger über das Denken von Mann und Frau

  • Sr. Gertraud Evanzin über „Das Sakrament der Ehe“

  • Familie Waismayer über „Zärtlichkeit und Sexualität“

  • Familie Rammersdorfer über die Gestaltung wichtiger Bereiche der Ehe - vom Brauchtum bis zu den Finanzen

  • und schließlich nochmals P. Kuller über den Hochzeitstag und die Vorbereitung darauf

Die Vortragenden konnten aus langjähriger Erfahrung berichten. P. Kuller und Sr. Gertraud arbeiten seit vielen Jahren international in der Familienberatung und -seelsorge. Die Ehepaare waren alle mindestens 10 Jahre verheiratet und gaben uns viel von ihren Erlebnissen und Erfahrungen in ihrer Ehe mit auf den Weg! So waren die Berichte praxisnah und voller Begeisterung. 

Besonders fasziniert hat uns der Umgang der Eheleute miteinander. Die Vorträge waren von der gegenseitigen Liebe und vom Glauben getragen. Die bewegende und gute Atmosphäre ist schwer in Worte zu fassen! So wurden wir ganz stark von dem Wunsch erfüllt, in der gegenseitigen Liebe zu wachsen und in unsere Partnerschaft zu investieren! Und spätestens als Sr. Gertraud mit feuriger Begeisterung über das Sakrament der Ehe loslegte, war allen klar: die Ehe ist Berufung - und was für eine!!! 

Wir hatten natürlich auch gleich die Gelegenheit, die vielen neuen Gedanken gemeinsam mit dem Partner zu vertiefen: An jedem Abend war ca. eine Stunde Zeit, um sich über das jeweilige Thema mit dem eigenen Partner auszutauschen und die Sehnsüchte des anderen zu entdecken. Zum richtigen Gespräch bekamen wir dazu am ersten Abend von P. Kuller die Anleitung: weder Vorwürfe noch Diskussion sind bei einem echten Partnergespräch gefragt, sondern die Einstellung: „Du bist mir wichtig! Ich möchte wissen, was dich bewegt. Wie erlebst du das?“. Sich Zeit nehmen, aufmerksames Zuhören und den anderen ausreden lassen gehören zum Erfolgsrezept! 

Nach dem Partnergespräch standen die Vortragenden noch für offene Fragen zur Verfügung. Manchmal entwickelte sich daraus auch eine längere Diskussion, und so saßen wir an einem Abend sogar bis nach Mitternacht beisammen! 

Doch nicht nur das Gespräch, sondern auch das gemeinsame Gebet hatte seinen Platz. So beteten wir einmal gemeinsam im Hausheiligtum und feierten dort zum Abschluß auch eine hl. Messe. Mit dem Begriff "Hausheiligtum" konnten wir anfangs noch nichts anfangen, was uns aber sehr bald erklärt wurde. Das Hausheiligtum ist so etwas wie eine Hauskapelle – ein Ort in der Mitte des Hauses / der Wohnung, an dem man ruhig werden kann, wo man gemeinsam beten und seine Anliegen vor Jesus und Maria tragen kann. Viele Familien erleben dort eine Kraftquelle und erzählen davon. Gerade in einer Zeit, wo die Kirche im gesellschaftlichen Leben oft nicht mehr so sichtbar ist, ist es notwendig, sich ein Stückchen Kirche nachhause zu holen. Oder - mit den Worten von Richard Sickinger -: "Wissen Sie, moderne Christen brauchen sowas!" 

Doch mit dem Ehevorbereitunssemiar ist es noch nicht vorbei - im Gegenteil, für jedes Paar geht's erst bei der Hochzeit richtig los. Im Schönstatt-Angebot für Familien findet sich dann für  jeden etwas - etwa die Zeitschrift "Familie als Berufung", kurz FAB, in der von Familien für Familien praxisnah und unverfälscht Erfahrungen ausgetauscht werden. Diese absolut geniale Familienzeitschrift kann man bei Fam. Fellhofer (familie.als.berufung@aon.at) bestellen.

Gerald Karner (gk), Christine (noch) Figl (cf)
(erschienen in gekürzter Form in Regina Legionis, Zeitschrift der Legio Mariens in Österreich, 2-2002)

PS: Für Fragen, Kommentare, Anregungen stehen die Autoren (gerald.karner@kathsurf.at & christine.figl@kathsurf.at) gerne zur Verfügung.